Samstag, 18. Juni 2016

Das kastilische Erbe

Rezension 


Autor: Ulrike Schweikert
Preis: 9,99 €
Seitenanzahl: 608
Verlag: Blanvalet
Leseprobe: >> gibt es hier <<

Ein geheimnisvolles Buch, zwei außergewöhnliche Frauen - vom Schicksal vereint 



Inhalt: 
Solange Isaura denken kann quälen sie merkwürdige Träume... Nicht nur sie selbst, sondern auch ihr Job und ihre Ehe leiden unter den nächtlichen Ausflügen... Isaura weint, schreit und schlägt im Traum um sich und dennoch sind es keine richtigen Alpträume... Sie fühlen sich an wie ein anderes Leben...
Als sie in einem Buch ihrer Redaktion ein Bild einer unbekannten Schönen entdeckt und Ähnlichkeiten feststellt, siegt ihre Neugier und sie beginnt über Spaniens Hofleben im 15.Jahrhundert
zu recherchieren. Bald stößt sie auf Isabel von Kastilien und durch den Tipp einer Buchhändlerin stößt sie in einem Antiquariat auf ein altes Buch, dessen Worte ihr seltsam vertraut erscheinen... So begibt sie sich auf die Spuren von Jimena, einer von Isabels Hofdamen. Doch in Spanien kommt sie nicht nur einem jahrhundertealten Geheimnis auf die Spur, sondern findet auch die Zweige ihrer eigenen Familiengeschichte...

Meine Meinung:
Dieses Buch ist kein reiner historischer Roman.
Der Wechsel zwischen dem 15. und dem 21. Jahrhundert balanciert die Geschichte wunderbar aus. Darüber hinaus spielen hier aber auch einige mystische Elemente eine zentrale Rolle.

Die junge Hofdame Jimena verfügt über die Gabe des zweiten Gesichts. Sie hat Visionen und kann die Zukunft erahnen. So weiß sie schon früh, dass Isabel eine große Königin werden wird. Lange bevor diese überhaupt eine Ahnung davon hat, dass sie einmal den Thron besteigen wird. Doch ist auch das Schicksal nicht unabänderlich... Die richtigen Entscheidungen müssen getroffen, die richtigen Wege beschritten werden...

Und auch Isaura scheint eine gewisse Gabe zu haben. Als sie plötzlich in Spanien ein Haus erbt und von einer bisher unbekannten Tante erfährt, überschlagen sich die Ereignisse in ihrem Leben und schon bald kommt sie dem Grund für ihre merkwürdigen Träume auf die Spur.

Die Verflechtung zwischen Historie und Ulrike Schweikerts Fantasie ist mehr als gelungen. Ich bin immer wieder begeistert wie genau ihre Romane sich an der Wirklichkeit orientieren, wie genau für sie recherchiert wurde...

Isabell von Kastilien war eine beeindruckende Frau, die ich mir wirklich nirgendwo besser vorstellen
kann, als in einem Roman von Ulrike Schweikert. Ihre Geschichte wird hier mit so viel Wissen, so viel Liebe zum geschriebenen Wort erzählt...

Das Ränkespiel im alten Kastilien spielt eine zentrale Rolle und doch ist es nicht der Mittelpunkt dieses Buches. So erfahren wir als Leser wirklich viel über die Geschichte des Landes und doch spielt für Isaura etwas anderes eine Rolle.
Eigentlich geht es in diesem Roman darum seinen Platz in der Welt zu finden. Sein Zuhause...
Für Isaura ist dies nur möglich, da sie sich mit ihrem Ehemann zuhause in München zerwirft und darüber nachdenkt, ob ihre Ehe überhaupt noch eine Chance hat. Aber schon vorher war Isaura oft unruhig und nicht mehr richtig verankert in ihrem Leben als Journalistin. Die unerwartete Erbschaft verschafft ihr eine Auszeit vom Leben und schafft ihren Gedanken den Raum, um sich darüber klar zu werden, was sie will und wer sie ist.

Eine wirklich beeindruckende Charakterentwicklung präsentiert uns dieser Roman, sei es nun anhand von Jimena im 15.Jahrhundert oder anhand von Isaura im 21.Jahrhundert...

Die Verwebung von Historie und Magie... Ja, dies macht das Buch zu etwas wirklich großartigem.

Kommentare:

  1. Huhu!

    Das klingt richtig gut! Ich habe als Jugendliche sehr gerne historische Romane gelesen, aber irgendwann sind bei mir einfach andere Genres mehr in den Vordergrund getreten... Tja, und jetzt stehe ich kurz vor meinem 40. Geburtstag und fange gerade erst an, das Genre wieder für mich zu entdecken. Bücher, die zwei Zeitebenen haben, gefallen mir da sehr gut, da finde ich leichter den Einstieg!

    LG,
    Mikka

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    1. Hallo Mikka,
      vor ein paar Jahren habe ich ganz viele historische Romane gelesen. Nun sind es auch weniger geworden. Ich glaube der Lesegeschmack entwickelt sich einfach weiter und manchmal findet man später zu altem zurück ;)

      Liebe Grüße aus der Stöberecke

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