Donnerstag, 18. Mai 2017

Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge

Gegen das Vergessen 



">>Wo ist Jiri? Wo sind unsere Freunde?<<
Er zeigt mir die ascheverklebten Hände und sein verstaubtes Hemd. Sein Blick geht ins Leere." 
- Seite 250

Der Gedanke, dass es eine Zeit gab in der eine Glühbirne für acht Jungen die Welt bedeutete, ist merkwürdig und traurig zugleich...

"Die Dunkelheit ist die Welt der Worte, aber bei Licht genügt auch die Stille, da gab es keinen Zweifel." 
- Seite 15 

Matteo Corradini trumpft auf mit einer möglichst authentischen Schilderung der damaligen Geschehnisse und verwebt diese mit einer lebhaften und metaphorischen Erzählweise.
Dennoch fiel es mir schwer mich in den Erzähler hineinzuversetzen. Die Ich-Perspektive und der fehlende Name des Jungen machten es mir etwas schwer.

"Die Nazis kennen den Unterschied zwischen denen und uns ganz genau. In den allermeisten Fällen hat ein Krimineller das Recht, weiterzuleben. Ein Jude nicht. Das ist der Unterschied."
- Seite 26

Die Jungen unterhalten sich scheinbar emotionslos über Nichtigkeiten, während vor ihren Augen Männer getötet werden.
Was für uns völlig unmöglich erscheint, war damals für diese Jungen nötig um überleben zu können. Weinen und jammern brachte ihnen gar nichts...!
Und so nahmen sie alles in sich auf, was am Tage geschah um es nachts heimlich aufzuschreiben um später eine Zeitung daraus zu machen. Ihr eigener kleiner Widerstand gegen die grausame Realität des Naziregimes...

"Wir riskieren unser Leben [...], um am Leben zu bleiben. Irgendwie seltsam, wahrscheinlich wäre es besser, nichts zu tun, um mit heiler Haut wieder nach Hause zu kommen. Es ist, wie mit einem Messer zu spielen, um sich nicht zu schneiden. Unlogisch. Und doch funktioniert es. Es ist eben so."
- Seite 63

Dem ganzen Buch hängt auch ein Hauch Wahnsinn an, da man die Träume des
Ich-Erzählers oft nicht sofort als Träume und Gedanken ausmachen kann. So unterhält er sich plötzlich scheinbar mit einem Toten, obwohl er eigentlich doch in seinem Bett liegt.
Dieses Verwischen der Realität passt sich aber wunderbar an das Buch an, da auch Theresienstadt selbst den Jungen oft wie ein Traum erscheint... wie ein Alptraum...

"Alpträume kann man überstehen, ohne Angst, in Theresienstadt beginnen die Probleme erst, wenn man die Augen öffnet."
- Seite 104

Dieses Buch hat kein schönes Ende... dafür aber ein ehrliches... mit vielen Emotionen...

"Sie schließen die Türen von außen. Schreie sind zu hören..." 
- Seite 284 






Autor: Matteo Corradini
Preis: 8,99 €
Seitenanzahl: 288
Übersetzer: Ingrid Ickler
Verlag: cbj
Leseprobe: >> gibt es hier <<

Montag, 15. Mai 2017

vergessene kinder

Rezension 


Autor: luna darko
Preis: 12,00 €
Seitenanzahl: 
Verlag: Community Editions
Website:  >> hier lang <<


„Ja, es ist mir egal, dass ihr mich nicht kennt. Ja, vielleicht ist auch irgendwas bei mir kaputt, weil ich mich nicht für euch und eure Leben interessiere, aber wieso sollte ich es vorheucheln, nur damit es euch besser geht?“
- Seite 39


Pia möchte keine 18.Jahre alt werden… Sie möchte nicht erwachsen sein… So steht ihr Entschluss sich das Leben zu nehmen und ihrem besten Freund Momo zu folgen eigentlich schon fest, als sie Tom kennen lernt, der so anders ist als alle anderen, die sich bloß an Oberflächlichkeiten klammern…
Sie beginnen zu reden und Pia hat zum ersten Mal in ihrem Leben das Gefühl, sich nicht verstellen zu müssen… sie selbst sein zu können…

Aber wer ist sie überhaupt…?
Hat sie sich vielleicht schon längst selbst verloren…?

„Niemand weiß, wer ich wirklich bin, ich selbst am wenigsten.“ 
- Seite 81

Meine Meinung: 
Luna Darko schafft hier kein Buch und keine einfache Geschichte, sondern ein Kunstwerk in Buchform… Die Geschichte an sich - voller Abgründen und Schönheit  - wird immer wieder von Zeichnungen, Fotos, Bildern, Songs und handschriftlichen Notizen unterbrochen… Die Starrheit und Gradlinigkeit eines normalen Buches werden durchbrochen.

Die Geschichte an sich überzeugt durch Schwermut, außergewöhnliche und doch wahre Gedanken… Man verliert sich niemals ganz… es braucht nur die richtigen Menschen, die richtige Situation um sich selbst wieder zu finden… um die Freiheit des Lebens wieder schmecken zu können.

Während des Lesens lernen wir sowohl Pias als auch Toms Gedanken kennen. Wir springen zwischen Toms und Pias Köpfen hin und her und landen zwischen durch sogar in Pias Tagebuch.

Man kann schwer beschreiben, welchen Eindruck dieses Kunstwerk in einem hinterlässt… Man erfährt einiges über sich selbst und über die eigene Umwelt. Man beginnt über manche Dinge nachzudenken, die man bisher als normal hingenommen hat… Aber was ist eigentlich normal…?

Dieses Buch ist der Weg zu sich selbst… zumindest für Pia… und Tom…

„Um einen anderen Menschen lieben zu können, muss man sich selbst erst lieben lernen. So sagt man doch, nicht? Aber was, wenn man sich nicht ausstehen kann? Oder was, wenn man nicht mal weiß, ob man sich selbst mag, weil man überhaupt keine Ahnung hat, wer man ist, oder wie man herausfinden soll, wer man ist?
>>Kennst du das, wenn man in sich hineinhören will, aber keine Stimme da ist?<<“
- Seite 112

Sonntag, 14. Mai 2017

Monatsrückblick April



Ich habe es geschafft, trotz Uni, Arbeit und sonstigen Verpflichtungen 2431 Seiten zu lesen.
Das sind immerhin noch 357 Seiten mehr als im März.

Gelesen:

  • Der letzte Überlebende - Sam Pivnik (aus dem März mitgenommen)
  • Die Finstersteins 2 - Kai Lüftner
  • Zimt & Zurück - Dagmar Bach
  • Mein Freund Pax - Sara Pennypacker
  • Im Wolfsland - Uta Reichardt
  • Anbaggern tinderleicht - Dünschede & Kober
  • Smoke - Dan Vyleta
  • Vergessene Kinder - Luna Darko
  • Dark Horses - Cecily von Ziegesar (Hälfte geht mit in den Mai)

Einiges an Lesezeit ging für Gesangsunterricht, Theaterbesuche, die Geburt meines Neffen und Geburtstage drauf (auch meinen eigenen). 
Letzteres wird wohl auch der Fall sein, warum mein SuB ordentlich wachsen konnte... 

Neuzugänge: 
  • Der König der Löwen (Disney Hörspiel) 
  • Die Festung am Rhein - Maria W. Peter
  • Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge - Matteo Corradini
  • Pan Schuber - Sandra Regnier
  • Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben - Ben Furman
  • Das Glück hat vier Farben - Lisa Moore
  • Zeitsplitter - Cristin Terrill
  • Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt - Nicola Yoon
  • Night School 5 - C.J. Daugherty
  • Stille Nacht - Tanja Heitmann u. a. 
  • Versteinerte Seelen - Chandler
  • Der Maskenmörder - Nina Blazon
  • 6 Bücher der Reihe Black Dagger  von J.R. Ward
  • Stolz und Vorurteil - Jane Austen
Da ich dieses Mal so spät mit dem Rückblick bin, lasse ich den Ausblick auf den Mai einfach mal weg. Zu lesen habe ich ohnehin genug ;) :D 


PTBS-Assistenzhund

Hilferuf

Eigentlich sollte mein Blog immer nur meiner Liebe zu Büchern dienen, aber nun möchte ich mit einem sehr persönlichen Anliegen an euch herantreten.

Wer meinen Blog schon eine Weile verfolgt, der weiß, dass mir manche Bücher und Geschichten sehr am Herzen liegen und dass diese oft auch sehr kritisch hinterfragt werden in meinen Rezensionen.
Zwei dieser Themen sind Gewalt und Missbrauch.

Das mir diese Themen so wichtig sind, liegt daran, dass ich selbst an einer Posttraumatischen Belastungsstörung leide, aufgrund sehr schlimmer Erfahrungen in meiner Kindheit.

Nun gibt es etwas oder besser gesagt jemanden, der mir bei vielen meiner Probleme helfen kann: Ein PTBS-Assistenzhund! Meine Therapeutin ist fest davon überzeugt, dass er mir helfen kann.

>> Mehr über diese Hunde erfahrt ihr hier <<

Das Problem ist, dass diese Assistenzhunde sowohl in der Anschaffung, als auch in der Ausbildung sehr teuer sind.
Aufgrund meiner Erkrankung ist es mir kaum möglich zu arbeiten, daher habe ich einen Spendenaufruf gestartet und würde mich sehr freuen, wenn sich vielleicht jemand daran beteiligt oder ihn teilt:

https://www.leetchi.com/c/pool-von-ronja-19535214


Ihr könnt auch über Gynny.de für mich spenden. Und das sogar ohne euer eigenes Geld wirklich an mich abzugeben. Denn für jeden Einkauf in einem Online-Shop spendet dieser Prozente an mein Projekt. Unter anderem sind dort Shops dabei, wie buch.de, bonprix und Elbenwald... Es wäre super, wenn ihr vor eurem nächsten Einkauf schaut, ob euer Shop dabei ist!

Zu Gynny.de:
http://www.gynny.de/projekte/2889/eigenstaendiges-leben-mit-ptbs-hund

Das Prinzip von Gynny.de:

  • Immer erst zu gynny.de, dort den Shop oder das Produkt aussuchen und von dort zum Shop. Für Produkte, die bereits vorher im Warenkorb lagen, zahlen die Shops keine Gutschriften. Wenn Du also im Shop Produkte in den Warenkorb legst, dann zu gynny.de gehst, von dort wieder zum Shop, ist es Essig mit der Gutschrift!
  • Auch die Verwendung von Gutscheinen, die nicht von gynny kommen, kann zum Verfall der Gutschrift führen
  • AdBlocker verhindern ebenfalls Gutschriften
  • Wenn dein Browser Cookies blockiert, führt das ebenfalls dazu, dass die Gutschrift nicht erfolgt



Ich danke euch!
Nun zurück zu den Büchern...

Sonntag, 30. April 2017

Smoke

Rezension 


Autor: Dan Vyleta
Preis: 16,99 €
Seitenanzahl: 624 
Übersetzer: Katrin Segerer
Verlag: carl's books
Leseprobe: >> gibt es hier <<




Inhalt: 
England, Ende des 19.Jahrhunderts:
Jegliche Sünde (Bosheit, Lüge, Gewalt etc.) zeigt sich als Rauch, der unkontrolliert dem Körper der Menschen entweicht.
Nur die adlige Elite des Landes hat den Rauch halbwegs unter Kontrolle. Die Kinder werden dafür auf Elite-Internate geschickt, wo sie diszipliniert werden sollen. Doch Thomas raucht einfach immer wieder. Zusammen mit seinem Freund Charlie beginnt er die Gesetze des Rauchs zu hinterfragen.
Dabei stoßen die Jungen auf eine Verschwörung, die nicht nur sie selbst betrifft und schon bald müssen sie um ihr Leben fürchten…

Meine Meinung: 
Was mit viel Potential startet, lässt leider im Laufe der Geschichte sehr stark nach, bis am Ende nur noch Fassungslosigkeit und Verwirrung bleibt. Und die Frage: „Was war das?“

Die Story an sich ist wirklich gut und wenn ich nur diese beurteilen müsste, würde ich euch allen sagen, lest dieses Buch! Doch da ist ja auch noch der Schreibstil… die Spannung… die Logik
dahinter…

Nach den ersten Seiten wusste ich schon, dass  ich mit Dan Vyletas Schreibstil nicht wirklich zusammenpasse. Aber ich dachte, da gewöhnst du dich schon dran, weil ich mich bisher eigentlich an jeden Stil gewöhnen konnte. Doch hier liegt die Sache etwas anders…
Einige Leser werden Vyletas Schreibstil vermutlich heiß und innig lieben, weil er sehr detailreich ist und sich ständig in ausschweifenden Erklärungen verliert. Nur leider, finde ich, zerstört der Autor damit auch jegliche Spannung, die irgendwie während der Geschichte aufkommen könnte.
Und wenn doch mal ein paar spannende Stellen vorhanden sind, dann sind diese auch so schnell wieder vorbei, dass man das Gefühl hat, die Spannung wäre grade im Auto an einem vorbeigefahren, ohne dass man sie wirklich begrüßen und wahrnehmen konnte…

Auch die Geschichte an sich nimmt zum Ende etwas ab… Sie wird leider – meiner Meinung nach – zunehmend unlogischer und das Ende hat mich dann vollends verwirrt, zumal es auch nicht wirklich geschlossen endet, sondern einen Teil dem Leser überlässt, wie es nun weitergehen wird…

Aber am schlimmsten fand ich, die erzwungene Liebesdreiecksbeziehung… Als hätte der Autor das Gefühl gehabt, er müsse dem Leser noch irgendwas an Gefühlen präsentieren, die aber leider auch nur halb angerissen sind und dadurch beim Leser gar nicht richtig ankommen können… Zudem diese Liebeskiste wirklich völlig überflüssig ist…

Das Einzige, was ein wenig Spannung in das Buch bringt, ist der Wahnsinn der einen der Klassenkameraden von Thomas und Charlie befällt und ihn zu einem Wesen zwischen Rauch und Mensch werden lässt.

Ich war wirklich mehrfach versucht das Buch abzubrechen, doch irgendwas hat die Geschichte, dass ich es doch nicht übers Herz brachte. Die Grundidee ist wirklich großartig, aber hier wurde leider einfach sehr viel Potential verschenkt…
Und wenn dann am Ende auch noch das in die Tat umgesetzt wird, wogegen man vorher die ganze Zeit gekämpft hat, ohne dass es dem Leser wirklich erklärt wird, warum die Protagonisten nun doch so handeln, sitzt man nur noch vor dem Buch und fragt sich: „Was war das?!“

Samstag, 22. April 2017

Die Schöne und das Biest (Buch + Hörbuch)

Rezension



Autor: Gabrielle-Suzanne Barbot de Villeneuve
Preis: 29,95 €
Seitenanzahl: 208
Übersetzer: Sonja Häußler
Verlag: Coppenrath
Leseprobe: >> gibt es hier <<



Jeder Büchernarr wird sich wohl beim ersten Blick auf dieses Kunstwerk in „Die Schöne und das Biest“ verlieben!






Viele kennen die Geschichte wohl durch den Disney Klassiker (gerade ja auch erst Neu als Realfilm-Verfilmung erschienen). Aber die ursprüngliche Geschichte bietet so viel mehr noch.
Ich rate wirklich jedem auch das Original zu lesen!

Und die Ausgabe aus dem Coppenrath Verlag lockt hier auch noch mit einer außergewöhnlichen Aufmachung!
Schon die ersten Berührungen werden durch die Leinenstruktur des Einbandes und den goldenen Folienprägungen zu etwas ganz besonderem. Man hält ein neues, wunderschönes Buch in den Händen und doch vermittelt die Haptik das Gefühl ein uraltes Werk vor sich zu haben.

Beim Durchblättern des Buches stoßen wir auf Karten zum Auseinanderfalten, Pop-ups und andere kleine Überraschungen!
Diese 9 interaktiven Extras in Verbindung mit den herrlichen Illustrationen von Minalima vervollständigen die liebevolle Aufmachung des Buches und machen das Buch zu einem wahren Schatz in jeder Bibliothek!

Ich möchte diese Ausgabe unter keinen Umständen mehr missen!


Und wo oben bereits die Sprache auf den neuen Disney-Film fiel, möchte ich nun zum neuen Hörbuch des Hörverlags kommen.





Sprecher: Gabrielle Pietermann
Preis: 8,99 €
Dauer: ca. 1 Std und 40 min.
Altersempfehlung: ab 6 Jahren
Verlag: der Hörverlag
Hörprobe: >> gibt es hier <<


Das Cover zeigt uns die typischen Zeichentrickfiguren, die wir kennen und lieben gelernt haben.
Ein wenig verwirrt war ich nun beim Einlegen der CD. Die ersten Worte haben bei mir nämlich nicht den typischen Disneyfilm heraufbeschwört.
Was wohl hauptsächlich an Gabrielle Pietermann als Sprecherin gelegen haben wird. Sie ist eine wirklich tolle Sprecherin und nachdem der erste Eindruck überwunden war, habe ich ihr auch wirklich sehr, sehr gerne zugehört! Zumal wir ihre Stimme ja alle kennen, schließlich ist sie nicht nur die Synchronstimme von Emma Watson und somit unserer Hermine Granger, sondern auch die von Emilia Clarke (bekannt aus Game of Thrones als Daenerys).
Dennoch muss ich sagen, hätte ich mir sehr Jana Werner als Sprecherin gewünscht. Die ursprüngliche deutsche Sprecherin der Belle aus dem Zeichentrickfilm.
Dies war aber wie gesagt nur mein erster Gedanke, da für mich Gabrielles Stimme einfach nicht mit Belles Zeichentrickgesicht auf dem Cover zusammenpasste.
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich den Realfilm bisher leider nicht gesehen habe.

Das Hörbuch erzählt jedenfalls wunderschön und mit allem Disney-Charme die Geschichte der gutherzigen Belle und dem Prinzen Adam, der zur Strafe von einer Fee in das abscheuliche Biest verwandelt wurde.
Eine sehr schöne Unterhaltung für fast zwei Stunden.  

Anbaggern tinderleicht - Die heißesten Chats von tinderwahnsinn.de

Rezension 


Autor: Marie Kober, Tim Dünschede
Preis: 8,99 €
Seitenanzahl: 208
Verlag: Goldmann
Leseprobe: >> gibt es hier <<



Als mir einige der Chats bei Facebook über den Weg liefen, wusste ich, dieses Buch verspricht einige laute Lacher.
Und so war es auch!

Kober und Dünschede haben hier wirklich  interessante Chats zusammengetragen!
Von coolen Flirtversuchen bis hin zu absoluten No-Gos!

Auf 200 Seiten bekommt der Leser coole, honigsüße, mal schlagfertige und mal seltsame Chats zu lesen.
Was diese Chats noch lustiger machen, sind die kleinen, kurzen und witzigen Kommentare, die unter jedem Chat auf uns warten.

Am Ende des Buches wartet dann auch eine kleine Anleitung auf  uns, wie man bei Tinder wirklich gut ankommt.
Hier findet sich auch eine klare und deutliche Beschreibung von Tinder:

„Tinder ist eine bildbasierte Dating-App. Das heißt, anstatt sich mit irgendwelchen Nebensächlichkeiten wie inneren Werten, Interessen, politischer Gesinnung oder Hobbys aufzuhalten, legt Tinder den Fokus auf die wirklich wichtigen Dinge: gutes Aussehen.“

Ich selbst würde allerdings den Teil mit dem Dating etwas abändern… Die meisten Leute benutzen Tinder glaube ich nur um den nächsten One-Night-Stand zu finden…

Nach der Lektüre habe ich mir selbst auch mal ein Profil bei Tinder zugelegt… Nach einem Tag hatte ich allerdings schon wieder genug davon und habe das ganze wieder gelöscht.
Naja, bei einer Trefferquote von 6 zu 10, die mich gleich ohne auch nur mal „Hi!“ zu sagen, gefragt haben, ob ich abends noch Lust auf Spaß in deren Betten habe, dachte ich mir dann doch was der Scheiß soll…

Das Buch fand ich jedenfalls sehr unterhaltsam! Teilweise allerdings auch ziemlich peinlich, was die Leute da in den Chats so vom Stapel lassen… :D

Freitag, 14. April 2017

Im Wolfsland

Rezension


Autor: Uta Reichardt
Preis: 16,95 €
Seitenanzahl: 208 
Verlag: Fabulus
Leseprobe: >> gibt es hier <<


Inhalt:
Lou hat absolut keine Lust auf den Schulausflug. Erstens interessiert sie sich nicht sonderlich für Wölfe, zweitens ist ihre einzige und beste Freundin krank und drittens halten die anderen in der Schule sie eh nur für die blöde aus dem Heim…
Im Schullandheim angekommen muss sie schnell lernen, dass nicht die Wölfe gefährlich sind, sondern die Menschen…

Meine Meinung: 
Die Bücher aus dem Fabulus-Verlag sind etwas ganz besonderes, weil sie im Gegensatz zu einigen anderen Verlagsbüchern echte Werte vermitteln!

„Im Wolfsland“ ist eine Geschichte über Ausgrenzung, Mobbing, Ungerechtigkeit und Naturschutz.
Für die Natur ist es toll, dass sich die Wölfe wieder bei uns ansiedeln. Für die Bauern sind sie ein Ärgernis…
Das muss auch Lou erfahren, als sie sich mutig dafür einsetzt, dass die Wölfe überleben! Dabei setzt sie unfreiwillig auch ihr eigenes Leben aufs Spiel.

In diese ganze Geschichte hineingeraten ist das Mädchen vor allem durch ihr Temperament. Sie hat es satt von allen fertig gemacht zu werden. Sie hat es satt, dass der Sohn des Heimleiters, in dem sie noch vor einiger Zeit gelebt hat, sich immer über sie lustig macht… Sie ist wütend, und hat große Angst vor dem Alleine sein… Eigentlich müsste sie sich nur lieb und brav auf dem Ausflug benehmen, doch Lou ist eben kein kleines, liebes Mädchen…
Und so irrt sie bald durch den Wald… und trifft tatsächlich auf Wölfe…

Es ist herrlich zu lesen, wie genau Uta Reichardt hier das Leben und die Verhaltensweisen von Wölfen beschreibt. Sie hat hier ein großartiges Buch entworfen, das man am besten und vor allem auch wegen der Spannung in einem Rutsch durch lesen sollte.

Und vor allem läuft das Ganze auf einen Punkt hinaus, mit dem ich persönlich so nicht gerechnet hatte.

Am meisten beeindruckt hat mich aber die charakterliche Entwicklung von Lou. Es ist wirklich beeindruckend, was für Kräfte dieses Mädchen aus sich selbst herausholt.

Sunshine Girl 2 - Das Erwachen

Rezension



Autor: Paige McKenzie und Alyssa Sheinmel
Seitenanzahl: 336 
Preis: 16,99 €
Übersetzer: Doris Hummel
Verlag: bloomoon
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Inhalt:
Sunshine Griffin ist keine normale Siebzehnjährige. Sie ist eine Luiseach, ein Mensch, der Geister und Dämonen sehen und mit ihnen kommunizieren kann. Und der Geistern dabei helfen kann, ins Jenseits weiterzuziehen.

Doch ihre neu entdeckten Kräfte machen Sunshine auch Angst. Nicht immer ist sie dazu in der Lage, die Geister, die sie umgeben, zu kontrollieren. Darum stimmt sie zu, mit ihrem Mentor in ein geheimes Ausbildungszentrum nach Mexiko zu fahren, auch wenn das bedeutet, dass sie ihren besten Freund und Beschützer Nolan zurücklassen muss.

Aber Antworten auf Sunshines viele Fragen bleibt ihr geheimnisvoller Mentor ihr auch in Mexiko schuldig. Dafür beginnt Sunshine langsam zu begreifen, dass die Aufgaben, die auf die letzten verbliebenen Luiseach warten, weitaus größer und gefährlicher sind, als sie es sich je vorzustellen vermochte ...

Meine Meinung:
Wo der erste Teil mich mit seiner Spannung nicht komplett überzeugen konnte, hat der zweite nun doch zum Glück nachgelegt.
Band 2 setzt nahtlos an die Handlung von Band 1 und macht so den Einstieg für den Leser sehr angenehm, was zu dem auch noch von dem wirklich tollen Schreibstil unterstützt wird. Wie auch schon Band 1 habe ich Band 2 aufgrund des flüssigen Schreibstils beinahe in einem Rutsch durchgelesen. Der Lesefluss erzeugt eine Art Sogwirkung, der ich mich nicht entziehen konnte.

Zum Inhalt an sich sage ich lieber nicht so viel, da mir ehrlich gesagt, kaum etwas einfällt, dass ich euch erzählen könnte, ohne zu sehr zu spoilern.

Das Ende des Buches hat mich sehr überrascht! Ich hatte mit dieser letzten Wendung dann doch so gar nicht gerechnet! Und dass die Geschichte dann auch noch mit einem richtig gemeinen Cliffhanger endet, macht das ganze natürlich nicht grade besser für die Emotionen des Lesers.

Die Geschichte an sich ist durchgehend spannend und gut geschrieben, aber die Grundidee des ganzen bleibt wie auch schon in Band 1 angedeutet, auf viele andere Geschichten übertragbar. Dennoch hat mich das Buch gut unterhalten! Leider ist es nur nichts allzu außergewöhnliches. Aber das muss ja nicht zwingend schlecht sein.

Donnerstag, 13. April 2017

Mein Freund Pax

Rezension 



Autor: Sara Pennypacker
Preis: 16,99 €
Seitenanzahl: 304 
Übersetzer: Birgitt Kollmann
Verlag: Sauerländer
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Auf einmal hörte er hinter sich, wie erst eine Tür zuschlug und dann noch eine. Ohne auf die Dornen zu achten, die an seinem Fell rissen, stürmte der Fuchs los, doch als er hörte, wie der Motor laut aufheulte, kam er schlitternd am Straßenrand zu Stehen. 
Sein Junge rollte das Fenster hinunter und streckte beide Arme nach dem Fuchs aus. Der Wagen raste davon, Schottersteinchen flogen seitlich auf, er Vater brüllte den Namen des Jungen - "Peter!" -, und der Junge brüllte den einzigen anderen Namen, den er Fuchs kannte. 
"Pax!"

Schon das Cover zieht uns in die Gedankenwelt von Pax… Die Weite der Welt liegt vor ihm und doch sitzt er ganz still.
Im Laufe seiner Geschichte sollen wir erfahren, was Warten für Pax bedeutet…

Inhalt: 
Peter und Pax: Ein Junge und sein Fuchs.
Ein Fuchs und sein Junge.
Die Geschichte einer ganz besonderen Freundschaft, die alle Hindernisse überwindet.

Meine Meinung: 
Sara Pennypacker schenkt uns tiefe Einblicke in Pax‘ Gefühlswelt. Und was auf den ersten Blick wie eine schöne Kindergeschichte wirkt, offenbart nach und nach die Grausamkeit des Krieges…

Für Pax ist der 12-jährige Peter nicht irgendwer… Er ist „sein Junge“, den er beschützen muss. Den anderen Menschen, Peters Vater, den akzeptiert der Fuchs. Doch der Mann verströmt diesen Lügengeruch… Pax sieht Peters Tränen, doch versteht sie nicht… Er riecht den Lügengeruch des Mannes und doch hätte er niemals den Verrat ermessen können, der ihm gleich wiederfahren würde…
Denn Peter, der kurzzeitig vergessen zu haben scheint, was das wirklich wichtige im Leben ist, lässt seinen Fuchs alleine im Wald zurück…

Der Krieg kommt… Väter werden kämpfen… Kinder werden evakuiert… und Haustiere zurückgelassen… So ist das in Krisenzeiten eben… Festgeschriebene Regeln… doch sind sie deshalb richtig?

Was nun folgt ist eine Geschichte von Pflichtgefühl, Vertrauen, Respekt und Liebe… Sowohl Pax, als auch Peter müssen herausfinden, wer sie sind… was sie wollen…

Immer wieder wechseln wir die Perspektive… Wir warten auf Peter… Wir sind sicher, dass er zurückkommt… Wir versuchen zu Pax zu kommen… Wir haben Angst, er könnte schon gestorben sein, wenn wir ihn wiederfinden… Er hat ja nie gelernt zu jagen… Wir finden Freunde… Wir brauchen Hilfe… Die Grenzen zwischen Peters und Pax‘ Gefühlswelt verschwimmen mehr als einmal.

Mein Pax...
Und auch die eigenen Gefühle werden auf eine harte Probe gestellt… Und auch das Ende weckt ganz unterschiedliche Emotionen…
Ich war froh, in diesem Buch nicht alleine unterwegs zu sein… Ich würde auch jedem Leser empfehlen, sich nicht komplett alleine hineinzuwagen… Die Einsamkeit wird euch erdrücken… Aber auch eure Instinkte und Gedanken schärfen…




Sonntag, 9. April 2017

Einfach nicht totzukriegen - Die Finstersteins 2

Rezension 


Autor: Kai Lüftner
Preis: 12,99 €
Seitenanzahl: 
Verlag: Coppenrath
Leseprobe: >> gibt es hier <<


Nachdem ich den ersten Teil rund um Fred und die plötzlich nicht mehr versteinerte Familie von Finsterstein schon so herrlich grausig amüsant fand, musste auch der zweite Teil in meine Stöberecke einziehen.

Inhalt:
Am Ende von Band 1 verschwand die Familie spurlos… Jetzt ist sie wieder da und braucht dringend Hilfe!
Nach einer kurzen Erklärung quartiert Baba, die coolste Mutter der Welt, die erst kürzlich von Fred wiedererweckten Adligen in ihrem Keller ein.
Und es klappt auch alles ganz gut, bis plötzlich Onkel Bende, der Druide, spurlos verschwindet… Welche Rolle spielt Bärbach bei der Sache und was hat es mit diesem gruseligen Geheimbund auf sich?

Meine Meinung: 
Kai Lüftners Humor ist einfach unvergleichlich!
Die Geschichte fliegt nur so dahin und ist selbstverständlich bei der Seitenanzahl schnell gelesen.
Auch dieses Mal spielt Peppi eine entscheidende Rolle! Aber wie sollte das Leistenkrokodil auch nicht!

Die von Finstersteins stellen Freds Leben wieder ziemlich auf den Kopf… Die Zwillinge weil sie wieder nur Unsinn im Kopf haben… Sinaista, weil Fred einfach nicht aufhören kann, an sie zu denken… und der Rest, weil er einfach ist, wie er ist…

Aber zusätzlich zu den Wiedererweckten hat Fred noch ein ganz anderes Problem…
Denn er muss auch damit umzugehen lernen, dass seine Mum einen neuen Freund hat…

Ihr seht schon es geht im zweiten Band um viele Themen. Selbstvertrauen und Selbstsicherheit spielen eine große Rolle, aber auch zu lernen, dass es nicht nur um einen selbst geht, sondern auch um das Glück von anderen.

Zu Beginn hat mich das mit dem neuen Freund etwas genervt, weil es irgendwie in fast jedem Kinderbuch auftaucht, in dem die Eltern getrennt sind oder ähnliches…
Aber da sich dieses Problem hier ziemlich von selbst löst, störte es mich dann irgendwann doch nicht mehr.

Zumal die Geschichte einfach an Spannung so rasant zu nimmt (was vermutlich auch an der geringen Seitenzahl liegt), dass man bald ohnehin an nichts anderes mehr denken kann, als herauszufinden, was als nächstes passiert.

Ich kann euch diesen zweiten Band sehr empfehlen, zudem wir endlich mehr über die Gründe erfahren, warum die von Finstersteins überhaupt versteinert waren und was es mit dem Geheimbund auf sich hat.
Außerdem steht Band 2 dem ersten Band in nichts nach!

Samstag, 8. April 2017

Zimt und Zurück - Die vertauschten Welten der Victoria King 2

Rezension 


Autor: Dagmar Bach
Preis: 16,99 €
Seitenanzahl: 368 
Verlag: Fischer KJB
Leseprobe: >> gibt es hier <<

Auch im zweiten Band muss Vicky einiges ertragen…

Eigentlich hatte sie gehofft, nach den Sprüngen beim Fest sei Schluss. Immerhin hat sie jetzt den perfekten Freund und alles läuft super… was sie selbst noch nicht so ganz glauben kann.
Doch da springt Vicky plötzlich wieder in eine Parallelwelt…
Um die Zeit nicht unnütz zu verplempern, nimmt sie sich vor, am Parallel-Konstantin zu üben eine perfekte Freundin zu sein. Was sie ihrem anderen Ich damit antut, wissen nur wir Leser, die Vicky bereits aus Band 1 kennen. ;)

Auch an der Front von Tante Polly wird es in diesem Band interessant. Denn endlich kommen wir ihrem Traummann einen großen Schritt näher!

Dagmar Back knüpft mit dem zweiten Band auch technisch gesehen perfekt an den ersten an. Der flüssige Schreibstil zieht uns wieder sehr schnell tief hinein in die Story, wo die verschiedenen Handlungsstränge eine rasante Spannungskurve heraufbeschwören.

Mich fesselt besonders der Humor von Dagmar Bach an die Geschichte.
Diese Prise Humor in Verbindung mit den authentisch gestalteten Figuren lässt im Kopf der Leser
einen realistischen Film ablaufen.

Und der Inhalt offenbart uns auf den letzten Seiten ein Geheimnis, dass die ganze Geschichte noch viel schöner und komplexer und lustiger macht. :D
Und womit ich nicht gerechnet hätte!

Ich freue mich sehr auf den dritten Band, der endlich alle offenen Fragen klären und bereits im Herbst erscheinen wird.

Freitag, 7. April 2017

Der letzte Überlebende

Gegen das Vergessen


„Die Leute fragen mich oft, warum ich so lange gewartet habe meine Geschichte zu erzählen. Das ist eine einfache Frage, aber die Antwort ist es nicht.“ 

Direkt nach den Schrecken des Krieges, des Holocausts wollte niemand wissen, was genau geschehen war. Die Leute hatten ihre eigenen Probleme, ihre eigenen Familienmitglieder und Freunde verloren…

Doch kein Holocaust-Überlebender konnte vergessen… Wie hätte man das auch können…

Sam wusste immer, dass er seine Geschichte irgendwann erzählen würde!

„Sam Pivnik is nobody: just one of millions. 
But the story of Sam Pivnik – I hope that will live on.“ 
- https://www.sampivnik.org/


Es ist mir  noch nie so schwer gefallen einen Artikel gegen das Vergessen zu schreiben... Das mag nicht nur an der Emotionalität liegen, die in jedem von Sams Worten steckt, sondern vor allem an der Masse an Dingen, die Sam erlebt hat...
Er war nicht nur in einem oder zwei Lagern... Er hat nicht nur eine oder zwei Grausamkeiten miterlebt...
Sam Pivnik war mittendrin...
Er war im Ghetto... in Auschwitz... in Fürstengrube... in Mauthausen... in Dora-Mittelbau... in Turmalin (Regenstein)... nach Magdeburg... über Hamburg nach Lübeck... um dort beinahe an Bord der Cap Arcona zu sterben...

Um Sams Leben gerecht zu werden, braucht es den Umfang des Buches... dieser Artikel kann euch nur einen Teil erzählen... Um Sam vollends folgen zu können, müsst ihr mir in sein Buch folgen...


Sam Pivnik, wurde am 01.September 1926 als Szlamek Pivnik in der südwestlichen polnischen Stadt
Bedzin geboren. Als die deutsche Wehrmacht in Polen einmarschierte, wurde bald klar, dass auch Bedzin zu einer „judenreinen“ Stadt werden sollte.

Zunächst musste die Familie Pivnik im März 1943 ins gerade neu geschaffene Ghetto auf den Kamionka Berg umziehen, doch lange sollten sie auch hier nicht wohnen dürfen…

Sams Großmutter war ihnen zu dieser Zeit schon entrissen worden… Dia alte Dame, Ruchla-Lea Pivnik, war bereits am 12.August 1942 mit vielen anderen alten Leuten von den Deutschen „aussortiert“ worden… Damals wusste noch niemand, dass dies erst der Beginn von vielen folgenden Selektionen sein würde…

„Sie war zweiundachtzig Jahre alt und alles andere als gesund, gebrechlich und fast blind. Mein Leben lang hatte ich sie gekannt und geliebt: ihr freundliches Zwinkern, ihre knochigen Hände, ihre Gute-Nacht-Geschichte. Sie war ein Teil meines Lebens, und jetzt wurde sie uns entrissen. […] 
 Dann wurde die gebrechliche alte Dame weggeführt zu einer Gruppe anderer alter Menschen aus der Stadt, die vor Schock und Angst zitterten. Ich habe sie nie wiedergesehen.“
- Seite 70



Als das Ghetto geräumt wurde, versteckte sich die Familie zunächst auf dem Dachboden, doch niemand hatte damit gerechnet, sich mehrere Tage vor den Gewehren der SS verstecken zu müssen. Hungrig und durstig verließ die Familie am 06.August 1943 ihr Versteck und wurde zusammen mit den restlichen Juden der Stadt mit Zügen nach Auschwitz transportiert…

Eine Stunde nachdem sie den Zug bestiegen, waren sie auf der Rampe von Auschwitz angekommen… Dort begegnete Sam dem Todesengel zum ersten Mal… Josef Mengele sollte noch öfter Sams Weg kreuzen und ihn einmal sogar entgegen aller Wahrscheinlichkeit am Leben lassen.
Und dort sah Sam seine Eltern und fünf seiner sechs Geschwister zum letzten Mal.
Seine Mutter rettete ihm das Leben, indem sie ihn in die Reihe der gesunden Männer schob.
Sam war 16 Jahre alt, als sein Leben erst einmal stehen bleiben sollte…


„ „Schon im Himmel“ oder „durch den Schornstein“: Ich wusste schon lange, dass so das Schicksal meiner nächsten Angehörigen ausgesehen hatte. Lejbus Pivnik, der Schneider, der Gott und seine Traditionen so ernst nahm. Fajgla Pivnik, die Mutter, die mich geboren hat, die mir das Leben schenkte und rettete. Hendla Pivnik mit ihren Träumen von Eretz Yisrael und dem Heiligen Land. Und die Kinder: Majer, vierzehn Jahre alt, Chana, dreizehn Jahre, der achtjährige Wolf und der kleine, erst sechsjährige Josek. Sie waren Menschen, die zu mir gehörten, aber sie wurden zu Zahlen in einer Statistik. Ihre Namen tauchen nicht einmal in den Listen auf.“ 
- Seite 245

In den folgenden zwei Jahren sollte er beinahe vierzehn Mal sterben…!
Auschwitz sollte nur ein Zwischenstopp bis zu seiner Befreiung nahe von Lübeck sein.

Von Mengele mal abgesehen sollte Sam vor allem zwei Männer im Gedächtnis behalten... und in seinen Alpträumen...

Karel Kurpanik, ein Unterscharführer der SS... ein Sadist... wer seinen Schlagstock ins Gesicht bekam, der stand nicht wieder auf...

Max Schmidt, Lagerführer von Fürstengrube... seine Spaziergänge durchs Lager mit Hund und Reitgerte waren gefürchtet...

Sam berichtet von Diversen Grausamkeiten... von an Fleischerhaken aufgehängten Männern... von Mauthausens berüchtigter Todesstiege... und von den Gefühlen der Lagerinsassen untereinander... da war keine Freundschaft oder Kameradschaft... es ging ums eigene Überleben...

,,Ignoriere ihn, denn er stirbt sowieso, und wenn du ihm hilfst, dann stirbst du auch. Das war das Gesetzt von Auschwitz-Birkenau. Unausgesprochen und universal."
- Seite 109

Und auch wenn das Buch "Der letzte Überlebende" heißt, und Sam auch lange dachte, dass er dies sei, so fand er doch nach dem Krieg seinen großen Bruder Nathan wieder...

Die beiden immigrierten nach England, doch Sams Reise fand dort noch nicht sein Ende...
Sein weiterer Weg führte ihn nach Palästina... doch auch dort blieb er nicht.

Ich möchte an dieser Stelle enden... 

Ich bin sehr froh darüber, dass Sam und seine Erfahrungen ein Teil meiner Reise gegen das Vergessen sind... und sehr froh, diesen schweren, emotionalen Zwischenstopp eingelegt zu haben... 

Sam lebt heute in einem Seniorenheim in London. 
Auf seiner Homepage (oben verlinkt) kann man sehr direkt mit ihm und seinen Erfahrungen in Berührung treten. Dort freut Sam sich auch über Nachrichten...



Das Buch: 

Autor: Sam Pivnik
Preis: 14,95 €
Seitenanzahl: 280
Übersetzer: Ulrike Strerath-Bolz
Verlag: Theiss

Donnerstag, 6. April 2017

Lena liest ums Leben

Rezension



Autor: Manfred Mai
Preis: 14,95 €
Seitenanzahl: 176 
Verlag: Fabulus
Leseprobe: >> gibt es hier <<

mit farbigem Buchschnitt!!!


Wie ihr wisst, lese ich auch sehr gerne Bücher zu ernsteren Themen. Und als mich jemand anschrieb, ob dies nicht ein Buch für mich sein könnte, musste ich gleich zusagen.

Inhalt: 
Lenas Papa ist schwer krank. Aber die aufgeweckte 11-Jährige weiß, was er braucht, um wieder gesund zu werden.
Mit ganz viel Einfühlungsvermögen liest sie ihm eine Geschichte vor, die für ihn beste „Medizin“ ist. Doch sie darf mit niemandem darüber reden, sonst wird der magische Zauber gebrochen…

Meine Meinung: 
Diesen Roman für Kinder kann man nicht wieder aus der Hand legen!
Die Geschichte liest sich sehr leicht und die Sprache fühlt sich einfach richtig an… nicht aufgesetzt oder erzwungen…
Beim Lesen entstehen Bilder und Emotionen im eigenen Kopf, die man mit Worten kaum beschreiben kann.

Für Lena ändert sich plötzlich alles, denn die Ärzte können nicht herausfinden, was ihrem Vater fehlt. Erst nur von Schwindelanfällen geplagt, verbringt er bald mehrere Wochen im Krankenhaus, bis er dann nach Hause entlassen wird, da die Ärzte nichts für ihn tun können…
Lena kann mit dem nun in ihre Welt eingedrungenen nahenden Tod ihres Vaters nicht um, daher erweckt sie das Ritual von früher wieder zum Leben, nur das nun sie es ist, die ihm vorliest.
Lena glaubt fest daran, dass ihr Vater nicht sterben wird, wenn er sich jeden Tag darauf freut, dass sie ihm vorliest.

Das Besondere ist nun für uns als Leser, dass wir diese Geschichte, die Lena ihrem Papa vorliest, auch mitlesen. So lesen wir ein Buch im Buch. Und dieses zweite Buch, das Lena ihrem Vater vorliest, erzählt eine Geschichte von Umgang der Menschen miteinander.

Ob dies Lenas Vater wirklich hilft, könnt ihr aber nur erfahren, wenn ihr das Buch selbst lest. Aber vergesst nicht, es heißt, es ist ein Roman für Kinder, also wie schlimm, kann das Ende da schon sein…? ;)

Ausgerechnet Muse

Rezension


Autor: Carola Wolff
Preis: 16,95 €
Seitenanzahl: 320
Verlag: Fabulus Verlag
Leseprobe: >> gibt es hier <<


mit farbigem Buchschnitt! 


Als ich das Cover sah, dachte ich zunächst nur darüber nach, wie böse die junge Frau dort schaut… Die Farbe des Auges sticht sehr heraus und doch wird der eigene Blick immer wieder schnell zum Titel gelenkt. Hieran haben vermutlich vor allem der Rabe und sein Flügel Schuld, die ihren Kopf einrahmen.
So ich möchte jetzt nicht weiter in die Kunstanalyse rutschen, aber auf jeden Fall hat mich das Cover sehr fasziniert. Von der Gestalt auf ihrer Schulter mal ganz zu schweigen…

Der Inhalt hat mich auch gleich angesprochen:

Gibt es wahrhaftig Musen unter uns?
UND OB!
Möchte Apollonia Parker, 17 Jahre, eine Muse sein?
WAHRHAFTIG NICHT!

Apollonia Parker verfügt über außergewöhnliche Fähigkeiten: Sie befreit Figuren aus Gemälden, unterhält sich mit dem Raben Lyngx und bringt den begabten Singer-Songwriter Nick auf den Erfolgshit seines Lebens.
Doch kann sie ihm auch ihr Herz öffnen?

Meine Meinung: 
Wenn man sich den Lebenslauf von Parkers Mum ansieht, ist schnell klar, warum ihre Tochter nicht so sein will…
Die Idee sich als Muse an einen Mann zu binden, von ihm abhängig zu sein und dann fallen gelassen zu werden, weil der Ruhm groß genug ist, würde wohl so ziemlich jeder ätzend finden…
Parker will also auf gar keinen Fall wie ihre Mutter sein und sich auch nicht binden…
Blöd nur, dass das Schicksal anderer Meinung ist und Parker plötzlich an Nick gebunden ist. Keine Frage, Parker will dieses Band so schnell wie möglich lösen, aber das ist nicht so einfach…

Der Schreibstil konnte mich sofort super ans Buch binden. Flüssig und klar erleichtert er einem den Einstieg ins Buch ungemein! Auch eine gewisse Spannung war für mich von Anfang bis Ende vorhanden.

Die Charaktere bestechen alle durch ihre eigenen kleinen Eigenarten und bringen so viel Abwechslung in die Geschichte.
Der Hauptaspekt liegt natürlich auf Parker, die einfach mal gegen alles rebelliert, was sie sein sollte und einfach nur frei sein möchte.
Nick kämpft gegen seine Mutter, die unbedingt möchte, dass er Arzt wird, wo er doch viel lieber seine Gitarre im Arm hält.

Natürlich hat das Buch dennoch ein, zwei kleine Schwächen, was Recherche und Klischeehaftigkeit angeht, aber die sind schnell wieder vergessen, wenn man tiefer in die Thematik des Buches einsteigt.

Gerade für künstlerisch Begabte oder Interessierte wird dieses Buch ein willkommenes Lesereich sein! Denn an dieser künstlerischen Liebeserklärung kommt niemand vorbei. Denn Musen beschränken sich ja nicht nur auf eine Kunst… ;)

Dienstag, 4. April 2017

Tausend kleine Lügen

Rezension


Autor: Liane Moriarty
Sprecher: Luise Helm
Dauer: 803 Minuten
Preis: 10,00 €
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
Übersetzer: Sylvia Strasser
Verlag: Lübbe Audio
Hörprobe: >> gibt es hier <<


Klappentext: 
Jane flieht vor ihrer Vergangenheit. Sie hat es seit der Geburt ihres Sohnes vor fünf Jahren nirgendwo länger ausgehalten. Nun ist sie im idyllischen australischen Küstenstädtchen Pirriwee gestrandet und hat das Gefühl, endlich angekommen zu sein. Schnell schließt sie Freundschaft mit der lebhaften Madeline und der wunderschönen Celeste. Doch plötzlich geraten die drei Frauen in den Strudel von dunklen Geheimnissen, Lügen und Intrigen. Als dann bei einem Elternschulfest ein Mann tödlich verunglückt, stellt sich die Frage: War es ein Unfall oder Mord?
(Quelle: Lübbe Audio Verlag )

Meine Meinung: 
Als ich rausgefunden habe, dass „Tausend kleine Lügen“ als Miniserie mit „True Blood“-Star Alexander Skarsgard verfilmt wurde, wollte ich diese eigentlich unbedingt schauen…
Da ich aber weder Netflix noch Maxdome und den ganzen anderen Kram habe, war mir das nicht möglich.
So wollte ich wenigstens die Geschichte kennen lernen und habe deshalb zu diesem Hörbuch gegriffen.
Und ich habe diese Hörstunden wirklich nicht bereut!

Was mich ein wenig gewundert hat: Ich hatte an keiner Stelle des Hörbuches Probleme wieder in die Geschichte zu finden. Denn die 803 Minuten kann man ja schlecht am Stück hören.
Normalerweise bereiten mir so lange Hörbücher dann doch Probleme, weil man einfach jedes Mal aus der Geschichte gerissen wird und da man es nicht selbst liest, einfach auch Dinge vergisst. Doch hier gab es absolut keine Probleme mit dem Wiedereinstieg in die Handlung.

Wie wandelbar Luise Helms Stimme ist, hat sie bereits in Bestsellern von Jojo Moyes und Cecelia Ahern bewiesen. Auch dort war es ein wahres Vergnügen ihrer Stimme und der jeweiligen Geschichte zu lauschen.
Es gab keine Sekunde, an der sie mich nicht an die Geschichte gefesselt hat.

Die Geschichte an sich überzeugt hauptsächlich durch die tolle, durchgängig vorhandene Spannung und die authentischen, aber ganz verschiedenen Charaktere (so kann es auch beim Hören, gar nicht zur irgendwelchen Verwechslungen kommen).
Die Spannung war für mich vor allem durch den von der Autorin selbst eingebauten Countdown sehr greifbar. Wir wissen wann es knallt, nur nicht warum und wer das ganze nach vorne treibt.
Die Handlung an sich ist zwar nun nicht super spannend, aber die psychologische und emotionale Ebene der Story ist dafür umso explosiver!

Sonntag, 2. April 2017

Spotz 3 - Troll über Bord

Rezension

Autor: Rob Harrell
Preis: 14,95 €
Seitenanzahl: 304
Übersetzer: Gabriele Haefs
Verlag: Coppenrath
Shop: >> diese Richtung <<
Leseprobe: >> gibt es hier <<


Inhalt: 
Der Ärger hat einen Namen: Prinz Roquefort!
Spotz und seine Freunde ahnen, dass es nichts Gutes bedeuten kann, wenn der Prinz freiwillig Zeit mit ihnen verbringen will… Doch dass der Prinz schon bald schuld daran haben sollte, dass sie mitten im Ozean auf einer Insel stranden und von der gruseligen Meerhexe gejagt werden, damit hatten sie nun wirklich nicht gerechnet…



Meine Meinung:
Das großartige an den Spotz Büchern sind nicht nur die phantastischen Comiczeichnungen, sondern vor allem die mit viel Humor gespickten Geschichten, die auch noch mit einigen märchenhaften Aspekten auftrumpfen.

Mich unterhalten die Bücher jedes Mal für ein oder zwei Stunden! Im Gegensatz zu anderen Büchern werden die Geschichten hier toll von den Zeichnungen aufgelockert und untermalt.

Auch der dritte Band lockt mit einigen spannenden Momenten. Ihr fandet die Meerhexe Ursula in „Arielle, die Meerjungfrau“ schon gruselig? Dann wartet mal bis ihr diese Hexe seht…

Spotz wird natürlich auch dieses Mal wieder von seinen Freunden begleitet! Und ob ihr es glaubt oder nicht unser kleines Schweinchen Kevin findet in diesem Buch einiges an Mut tief in sich! Und Joe, der bisher niemanden mit einem Witz zum Lachen bringen konnte, findet endlich sein Komiker-Talent!
Und Spotz…? Spotz findet eine Heldin von Scherwutz und rettet dem nervigen Prinzen das Leben!

Na, neugierig geworden?
Dann ab ins Buch! ;)

Monatsrückblick März + Ausblick April



Ich habe es geschafft, trotz Uni, Arbeit und sonstigen Verpflichtungen 2074 Seiten zu lesen.
Das sind ganze 958 Seiten mehr als im Februar.

Gelesen:

  • Sweetgirl - Travis Mulhauser (aus dem Februar mitgenommen) 
  • Der Kuss der Lüge - Mary E. Pearson
  • Nightmares 3 - Jason Segel, Kirsten Miller
  • Ein bisschen wie Unendlichkeit - Harriet Reuter Hapgood
  • Saga des Lichts - Aurelia L. Night
  • Meja Meergrün - Erik O. Lindström 
  • Spotz 3 - Rob Harrell
  • Der letzte Überlebende - Sam Pivnik (Hälfte geht mit in den April)

Einige Lesezeit ging natürlich für die Leipziger Buchmesse drauf, aber alles in allem bin ich mit dem Gelesenen doch ganz zufrieden.

Kommen wir zu den mal wieder nicht wenigen Neuzugängen... Einige Geschenke, einige Rezensionsexemplare... und sogar ein paar Gewinne und ein selbst gekauftes sind dabei....

Neuzugänge:

  • Smoke - Dan Vyleta
  • Das Ausmalbuch für wache Nachtstunden
  • Meja Meergrün (Hörspiel) 
  • Vergessene Kinder - Luna Darko
  • Nightmares 3 - Jason Segel, Kirsten Miller
  • Saga des Lichts - Aurelia L. Night (signiert)
  • Ewig Dein (Hörbuch) 
  • 161011 - Aurelia L. Night
  • Dark Horses - Cecily von Ziegesar
  • Les Misérables Songbook mit Playback-CDs
  • Billy the Beast - Jörg Menke-Peitzmeyer
  • Geheimzutat Liebe - Poppy J. Anderson
  • Schau mir in die Augen, Audrey - Sophie Kinsella
  • Märchenhaft - Larissa Schwarz
  • Zauberhaft - Larissa Schwarz
  • Nicholas Calva 1 - Jennifer A. Nielsen
  • Winterseele - Kelsey Sutton 
Ähm ja wenig... *hust* 


Was für euch dabei? :)


Vorgenommen für den April habe ich mir folgende Bücher:

  • Der letzte Überlebende (beenden)
  • Zimt & Zurück - Dagmar Bach 
  • Die Finstersteins 2 - Kai Lüftner
  • Mein Freund Pax - Sara Pennypacker
  • Sunshine Girl 2 - Paige McKenzie mit Alyssa Sheinmel 
  • Lena liest ums Leben - Manfred Mai (bereits kursorisch überflogen)
  • Ausgerechnet Muse - Carola Wolff (ebenfalls bereits während der Lernphase des Studiums überflogen)
Denke das sollte zu schaffen sein... auch wenn ich nun wieder neue Unterlagen für die Uni habe :D 

Freitag, 31. März 2017

Meja Meergrün (Buch + Hörbuch)

Rezension


Autor: Erik O. Lindström
Preis: 12,99 €
Seitenanzahl: 128 
Illustrator: Wiebke Rauers
Verlag: Coppenrath
Shop: >> hier entlang <<
Leseprobe: >> gibt es hier <<



Kennt ihr Meja schon?
Nein?!
Dann wird es aber Zeit!

Wisst ihr, Meja ist eine kleine Meerjungfrau. Naja, eigentlich ist sie noch ein Mädchen.
Und zurzeit wohnt Meja ganz alleine in der immer schön hell erleuchteten Stadt Lyckhav, weil ihre Eltern mal wieder unterwegs sind. Mejas Eltern sind nämlich Forscher!

Meja nutzt das natürlich ganz schön aus, dass ihre Eltern nicht da sind und stellt jede Menge Unfug an.
Doch schon bald wird es finster in Lyckhav und Meja schlittert mitten hinein in ein gefährliches Abenteuer.
Nur gut, dass sie Freund hat, die ihr zur Seite stehen!

Das wunderschöne Kinderbuch aus dem Coppenrath Verlag überzeugt nicht nur durch die schönen Illustrationen, auch die Geschichte an sich ist gespickt mit wertvollen Inhalten.

Was heißt es eigentlich mutig zu sein? Wie geht man mit Versprechen um? Und was bedeutet Freundschaft?

Meja ist einfach sie selbst und hält nicht sonderlich viel von langweiligen Regeln, sie will Spaß haben und lustig sein.
Und eigentlich will das doch jedes Kind oder?

Auch das Hörbuch von cbj audio ist sehr schön geworden. Anna Thalbachs Stimme erweckt die Geschichte auf sehr authentische Weise zum Leben.
Untermalt von Musik schwimmen wir an Mejas Seite durch die Unterwasserwelt und gruseln uns am Ende im Reich der Unterwasserhexe Siri.

Dort müssen wir zusammen mit Meja herausfinden, wie mutig wir wirklich sind! Und ob wir unser Zuhause retten können!


Sprecher: Anna Thalbach 
Preis: 9,99 €
Dauer: 156 min
Verlag: cbj audio
Atersempfehlung: 

Ein bisschen wie Unendlichkeit

Rezension


Autor: Harriet Reuter Hapgood
Preis: 16,99 €
Seitenanzahl: 384 
Übersetzer: Susanne Hornfeck
Verlag: Fischer KJB
Leseprobe: >> gibt es hier <<


Ich möchte schreien. Ich möchte die Erde mit bloßen Händen aufwühlen, und Grey durch mein Schreien zurückholen. Ich möchte die Erinnerung an ihn tief vergraben und niemals an sein Grab gehen. Ich möchte hunderttausend Millionen Sachen, aber am meisten möchte ich das Abwegigste, Hoffnungsloseste: dass er nicht tot ist. 
- Seite 316


Obwohl dieses Zitat schon sehr weit hinten im Buch steht, beschreibt es perfekt Gotties Gefühle…
Ihr Großvater, der mehr ein Vater für sie war, ist vor fast einem Jahr verstorben.
Als nun die Ferien beginnen, prasselt ziemlich viel auf Gottie ein. Ihr Bruder versucht den Sommer so zu gestalten, wie Grey es getan hätte…
Ihr Vater verbringt die meiste Zeit im Buchladen der Familie… den Gottie nicht mehr betreten hat, seit Grey nicht mehr da ist…
Und dann ist da ja auch noch die Sache mit Jason…
Und der Schulabschluss… Unibewerbungen… wichtige Entscheidungen…

Als wäre das nicht genug, verkündet ihr Vater eines Tages plötzlich, Thomas werde die Ferien bei ihnen verbringen… Thomas… Gotties bester Freund in Kindertagen… Thomas, der einfach nach Kanada gezogen ist… Thomas, der sich nie gemeldet hat…

Das Alles ist zu viel für Gotties Gefühlswelt… Bald lernt sie das Universum besser kennen, als sie eigentlich möchte…


Ich weiß ehrlich gesagt auch nach der letzten Seite nicht genau, was ich von dem Buch halten soll… Den Anfang fand ich sehr verwirrend und auch gefühlsmäßig sehr verquer… vielleicht auch, weil ich absolut keine Ahnung von Mathe und Physik habe.
Je weiter ich ins Buch eintauchte umso besser kam ich mit diesem Wirrwarr zurecht. Ich habe mich zu Beginn auch doch sehr geärgert, dass mich die Geschichte nicht so richtig packen konnte, da der Schreibstil wirklich wundervoll ist und die Autorin öfter mit sehr schönen Metaphern arbeitet.

Ab der Hälfte ungefähr habe ich dann auch endlich inhaltlich in die Geschichte finden können.
Es ist auf jeden Fall mal eine etwas andere Liebesgeschichte! Und die Idee mit den schwarzen Löchern, mit denen Gottie sich näher beschäftigt, fand ich dann doch noch ganz interessant, nachdem ich das endlich so halbwegs erklärt bekommen habe.
Da Gottie ein Genie, was Mathe und Physik angeht, zu sein scheint, hat sie die Dinge auch erst später erklärt, als Thomas sie gefragt und nichts verstanden hat.

Gottie als Protagonistin ist ganz interessant, aber ich fand sie von Anfang an sehr Ich-bezogen, was sich nachher zwar etwas gibt, aber mich stört so etwas leider beim Lesen.
Sie hat nicht darüber nachgedacht, warum ihr Bruder bestimmte Dinge tut, oder warum ihr Vater so handelt, wie er handelt, sondern sich nur in ihrem eigenen Schmerz verkrochen.
Ging mir irgendwann sehr auf den Geist. Nach ungefähr einem Drittel des Buches wurde dieser Egoismus, dann allerdings etwas weniger und ich konnte mich doch noch mit Gottie anfreunden.
Denn hinter dem ganzen Weltschmerz verbirgt sich ein ganz interessanter Teenager, der wirklich schon viel durchgemacht hat, was natürlich auch dazu geführt hat, dass sie so Ich-bezogen wurde.
Sehr gelungen ist der Autorin auch der charakterliche Wandel von Gottie, da es wirklich viel gab, was sich wandeln konnte. :D

Trotz der doch vielen positiven Punkte des Buches konnte es mich aber leider nicht wirklich von sich überzeugen, was ich sehr schade finde, auch weil die Aufmachung wirklich schön ist.

Dienstag, 21. März 2017

Unter Verschluss - Taschen, Säckchen & Hüllen zum Nähen

Rezension


Autor: Cécile Franconie
Preis: 4,99 €
Seitenanzahl: 62
Verlag: Bassermann Inspiration
Blick ins Buch: >> hier lang <<


Beim Verlag leider nicht mehr lieferbar...


Man kann niemals genug Taschen haben! Vor allem nicht als Frau!  ;)
Und wieso dann nicht seine eigenen Aufbewahrungsmöglichkeiten schaffen mit der eigenen ganz persönlichen Note?

Dieses Nähbuch kann einem super dabei helfen!
22 kleine und große Täschchen warten darauf von uns entdeckt und nachgearbeitet zu werden!
Zu Beginn folgen die kleine Material- und Werkzeugskunde, sowie eine kleine Einführung in die wichtigsten Nähkenntnisse.
Wenn man kein Anfänger mehr ist, fangen die einen zwar irgendwann an zu nerven, doch gerade für diejenigen, die sich gerade erst an eines der schönsten und praktischsten Hobbys der Welt herantasten, sind diese kleinen Einleitungen sehr nützlich.

Die Modelle sind wirklich sehr niedlich und zauberhaft! Und zwar nicht allzu schwer, dennoch sollte man sich entweder mit dem Nähen schon ein wenig auskennen, oder nicht auf Schritt-für-Schritt-Anleitungen in visueller Form angewiesen sein. Die meisten Modelle kommen hier nämlich nur mit einer Erklärung und Anleitung in Textform daher.
Diese sind auch nicht sehr lang, aber gut verständlich und meiner Meinung nach leicht und schnell umzusetzen.

Schön fand ich, dass hier mal ein paar andere Zierstiche zum Einsatz kommen und auch kleine Verzierungen in Form von Pompons, die natürlich selbst gemacht werden.

Tolle Nähideen für Kinder

Rezension



Autor: Ruth Laing
Preis: 12,99 €
Seitenanzahl: 96
Verlag: Bassermann
Blick ins Buch: >> hier lang <<



Von diesem Buch war ich besonders beeindruckt, da es so toll auf die kindlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Mit 18 verschiedenen Modellen möchte Ruth Laing den Kleinen, die Lust am Nähen näher bringen.
Die kleinen Kunstwerke können mit oder ohne Nähmaschine erschaffen werden und sind so auch nicht allzu gefährlich, wenn einige Eltern es nicht möchten, dass sich ihr Kind an die Maschine setzt.

Zu Beginn des Buches werden die Kinder ganz langsam ans Nähen herangeführt. Was muss beachtet werden? Wie sieht die Nähmaschine aus? Was für Nähte gibt es? Was für Material benötige ich?

Die Modelle werden leicht und einfach an Hand von visuellen und schriftlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen erklärt.
So können toll und oft auch schnell die schönsten Dinge aus Stoff gezaubert werden.

Über Haarschleifen, Sparschweine aus Filz und einfachen kleinen Täschchen können die kleinen Näherinnen und Näher ihrer Kreativität freien Lauf lassen und so tolle Geschenke oder Verschönerungen fürs eigene Kinderzimmer erschaffen.

Schön aufbewahrt & selbst genäht

Rezension 


Autor: Debbie Shore
Preis: 9,99 €
Seitenanzahl: 96 
Verlag: Bassermann
Blick ins Buch: >> gibt es hier <<


An diesem Nähbuch hat mich besonders der Zusatz auf dem Cover gereizt: „… auch aus Stoffresten“

Ich bin immer auf der Suche nach guten Ideen, was ich mit den nun mal zwangsläufig überbleibenden Stoffresten machen soll.

Debbie Shore hat ihr wirklich tolle Modelle zusammengestellt, die auch für Anfänger nicht allzu schwer nachzuarbeiten sein sollten.
Zu Beginn erhalten wir eine kleine Einführung in nützliche Materialien und Werkzeuge, sowie Grundlegende Techniken und nützliche Stiche.
Die Modelle an sich bestechen durch einfache Erklärungen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen in Form von Text und Bild.

Die 23 Modelle sind in den Arbeitsweisen auch immer wieder unterschiedlich! Sodass man immer wieder etwas Neues ausprobieren kann. Einmal wird der Umgang mit Ösen wichtig, ein anderes Mal wird der Umgang mit Reißverschlüssen erläutert.

Auch die Einsatzbereiche der Modelle sind sehr verschieden, von Beuteln für die Spielsachen der Kinder, Gartentaschen und Windeltaschen ist alles dabei. Auch das Bügeleisen kann ein wunderschönes, neues Täschchen bekommen, um es ordentlich zu verstauen.

Besonders haben mir auch die kleinen Tipps zu den jeweiligen Modellen gefallen, um diese entweder noch praktischer oder noch persönlicher zu gestalten.

Montag, 20. März 2017

Nightmares! 3 - Die Stunde der Ungeheuer

Rezension 



Autor: Jason Segel, Kirsten Miller
Preis: 17,99 €
Seitenanzahl: 346
Übersetzer: Nadine Mannchen
Verlag: Dressler
Leseprobe: >> gibt es hier <<




Alleine schon wegen den Covern ist diese schaurig-schöne Trilogie ein Muss für jedes Bücherregal!







Inhalt: 
Charlie und seine Freunde haben es geschafft ICK und INKs gefährliches Elixier zu vernichten! Doch plötzlich taucht INK in der Schule der Kinder auf und stiftet dort für einige Unruhe. Schließlich kennt jedes Kind der Umgebung INK aus ihren Alpträumen.
Tagsüber heißt es nun herauszufinden, was die beiden Zwillingsmädchen als nächstes planen, aber das ist gar nicht so leicht für Charlie, da er nicht mal in seinen Träumen Ruhe findet. Das einzige, was er weiß, ist das diese unheimliche Wiese nicht sein Alptraum ist… Nur wessen denn dann?
Und auch in der Anderwelt scheint nicht alles nach Plan zu verlaufen, was sicherlich an ICK liegt…
Den Zwillingen muss endgültig das Handwerk gelegt werden! Doch manchmal ist es nicht so, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint…

Meine Meinung: 
Auch der dritte und abschließende Band der „Nightmares!“-Trilogie verspricht einiges an Spannung und aufregender Unterhaltung.
Ehe man sich versieht, wollte man nur mal kurz reinschauen und ist schon auf Seite 200!

Charlie hat wieder einen Haufen Arbeit vor sich und auch dieses Mal geht es nicht nur darum, die Zwillinge aufzuhalten. Es geht um die eigenen Gefühle und Gedanken… um Ängste… und um Vertrauen…
Kann man jemandem Vertrauen entgegen bringen, der beinahe drei Welten auf einmal zerstört hätte? Und sollte man dieses Risiko wirklich eingehen?

Der dritte Band zeigt auf sensible und einfühlsame Weise, dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
Rasen, der wunderschön aussieht, kann krank machen…
Pflanzen, die zunächst giftig scheinen, können heilen…
Eine Schlange, die große Ähnlichkeit mit einer der tödlichsten Tiere der Erde aufweist, muss nicht gefährlich sein…
Und manchmal steckt hinter Wut und Zorn, nur Angst und Einsamkeit…

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und der angesprochenen Altersklasse angemessen, sodass man schnell in die Geschichte hineintauchen kann.
Zu Beginn hatte ich einige Probleme wieder in die Handlung hineinzufinden, da es zwar ganz kleine Andeutungen an die vorherigen zwei Bücher gibt, doch diese sind wirklich sehr leicht und ich bin sicher, dass einige Probleme damit haben könnten, wenn sie die Bücher mit zu viel Abstand lesen. Mir persönlich haben diese wenigen Andeutungen dann zum Glück doch noch gereicht um in die Handlung hinein zu finden.

Natürlich lernen wir auch einige neue Protagonisten kennen! Neue Nachtmahre… und neue Lehrer… aber wir finden auch da neue Freunde, wo wir sie am wenigsten vermutet hätten…

Sonntag, 19. März 2017

Schattendiebin - Die verborgene Gabe

Rezension 



Autor: Catherine Egan
Preis: 17,00 €
Seitenanzahl: 486
Übersetzer: 
Verlag: Ravensburger
Leseprobe: >> gibt es hier << 


„Schattendiebin“ kommt mit einem wunderschönen Gewand daher und auch der Klappentext verspricht eine mehr als spannende Geschichte.
Leider konnte mich das Buch trotzdem nicht ganz überzeugen, aber dazu später mehr.




Inhalt: 
Eine Stadt, in der Magie den Tod bedeutet
Eine unsichtbare Diebin 
Ein Auftrag, der über ihr Schicksal entscheidet

Aufgrund von Julias geheimer Gabe ist sie die beste Diebin von Spira. Denn Julia kann verschwinden!
Als Julia einen Job als Spionin in einem eleganten Herrenhaus erhält, merkt sie bald, dass die Bewohner noch dunklere Geheimnisse haben, als sie selbst.
Plötzlich steht Julia vor der Frage, was ihr mysteriöser Auftragsgeber wirklich von ihr möchte und wie skrupellos sie selbst sein will…

Meine Meinung: 
Die Idee hinter Julias Geschichte hat mir sehr gefallen! Zunächst war das Buch ein einziges Mysterium, das sich dann mehr und mehr offenbarte.

Leider zählte das Buch dennoch nicht in die Kategorie der „Nicht-mehr-aus-der-Hand-legen-können“-Bücher… Dabei war die Story wie schon erwähnt wirklich gut und auch Spannungsbögen waren vorhanden. Trotzdem konnte es mich nicht gänzlich in seinen Bann ziehen.

Dies lag glaube ich an dem Schreibstil. Ich hatte oft das Gefühl nicht mit Julia durch die Gassen zu
laufen, sondern über ihr zu schweben… Für mich war da einfach eine Distanz zu Julias Gefühls- und Erlebniswelt, die ich als Leser einfach nicht überbrücken konnte.
Was wirklich sehr schade ist, da auch Julia eine sehr interessante Protagonistin abgegeben hat. Als Kind den Tod der eigenen Mutter mit angesehen, dann von Dieben aufgenommen und dazu erzogen, alles zu tun, um zu überleben.
Doch Julia muss lernen, dass jede Tat ihren Preis hat und nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint…
Und es gibt Dinge, die um jeden Preis beschützt werden müssen…

Ich war beinahe versucht das Buch abzubrechen. Im Nachhinein bin ich nun sehr froh, es nicht getan zu haben, da die letzten 100 Seiten dann doch genau die Spannung brachten, die ich mir persönlich vorher schon gewünscht hatte! Auch nahm die Geschichte rasant an Fahrt auf, wobei die Autorin teilweise auch diese Distanz zwischen Leser und Protagonistin durchbrechen konnte.

Catherine Egan vermischt hier eine historische Kulisse mit den grausamen Geschehnissen der Hexenjagd und fügt noch eine Prise richtige Magie hinzu. Eigentlich das Rezept für eine tolle Geschichte! Nur leider nicht für mich…
Vielleicht geht es euch ja ganz anders, dann berichtet doch mal ;)

Samstag, 18. März 2017

Der Kuss der Lüge - Die Chroniken der Verbliebenen Buch 1

Rezension



Autor: Mary E. Pearson
Preis: 18,00 €
Seitenanzahl: 559
Übersetzer: Barbara Imgrund
Verlag: One (Bastei Lübbe)
Leseprobe: >> gibt es hier <<



Heute war der Tag, an dem tausend Träume sterben mussten und ein einziger geboren wurde.
- Seite 9  





Das erste Mal aufmerksam auf „Der Kuss der Lüge“ wurde ich durch Zufall bei Amazon. Ich durchstöberte grade die kommenden Neuerscheinungen, die schon gelistet waren, als mir das Cover in die Augen sprang.
Ich war sofort fasziniert und nach einem kurzen Blick auf den Inhalt stand fest, dass ich Lia unbedingt kennen lernen wollte.
Ich möchte euch nun keine größere Erläuterung des Inhalts geben, wie sonst, sondern nur ein paar Sätze, die mich damals so in ihren Bann zogen:

Sie flieht am Tag ihrer Hochzeit.
Sie wird verfolgt, gejagt, geächtet.
Sie ist Lia, die älteste Königstochter von Morrighan und gerade mal 17 Jahre alt.
Doch von einem Tag auf den anderen lässt sie ihr ganzes bisheriges Leben hinter sich…

Meine Meinung: 
Diese wenigen Worte reichten, um mich zu überzeugen, dass sich hinter dem grünen Einband eine ganz besondere Geschichte verstecken musste.

Wir lernen Lia am Tag ihrer Hochzeit kennen und fliehen zusammen mit ihr, vor der Hochzeit mit einem ihr unbekannten Prinzen.
Und zusammen finden wir mit ihr einen Unterschlupf an einem wunderschönen, malerischen Ort, der doch für eine Prinzessin völlig unpassend ist.
Aber Lia will ja auch keine Prinzessin mehr sein. Sie möchte normal und frei sein. Gedanken, die eigentlich jeder Mensch nachvollziehen kann, was unter anderem auch dafür sorgt, dass wir als Leser die kleine Prinzessin sofort in unser Herz schließen.
Im Laufe der Geschichte scheint Lia sehr dicht dran an dem zu sein, was sie sich so sehnlichst gewünscht hat.

Wo die erste Hälfte der Geschichte eigentlich nicht mit großer Spannung daher kommt, überzeugte mich die Autorin entweder mit einem versehentlichen oder sehr gut durchdachten Verwirrspiel.
Denn außer Lia selbst, lernen wir zwei gutaussehende junge Männer kennen, die durch einige Perspektivenwechsel während des Buches auch selbst zu Wort kommen dürfen. Doch bis zur Mitte des Buches haben wir zwar Namen für die beiden jungen Männer, erfahren aber nicht wirklich, wer von beiden der Prinz ist, der ihr aus verschiedenen Gründen heimlich gefolgt ist, und wer der Attentäter eines der Nachbarreiche ist.
Nur dass beide sich irgendwie zu Lia hingezogen fühlen, erfahren wir sehr schnell.

Weil ich seit dem Tag, an dem ich dich getroffen habe, jeden Abend mit dem Gedanken an dich schlafen gehe und jeden Morgen mit dem Gedanken an dich aufwache.
- Seite 265

So wurde für mich in der ersten Hälfte die Spannung durch diese quälende Ungewissheit aufrechterhalten und zusätzlich von der Frage unterstützt, was Lia tun wird, wenn sie erfährt, dass eigentlich beide sie belügen…

Es kann Jahre dauern, bis ein Traum Gestalt annimmt. Es dauert nur einen Sekundenbruchteil, um ihn zu zerschmettern. 
- Seite 327

Die zweite Hälfte des Buches gewinnt alleine durch die Handlung rasant an Fahrt und überzeugt hier sehr durch die nun von selbst aus der Geschichte kommenden Spannung. Zumal wir als Leser nun endlich wissen, wer wer ist!

Ich kann euch das Buch wirklich sehr empfehlen, wenn es für mich zunächst komisch war, die zweite Hälfte zu lesen, weil mich die Autorin wirklich sehr verwirrt hat, und in einen regelrechten Schockzustand versetzte, da ich die beide Jungs zunächst anders eingeschätzt hatte…

Der Cliffhanger am Ende des ersten Buches ist allerdings mehr als gemein! Auch wenn auf einer der letzten Seiten immerhin steht, dass der zweite Band noch diesen Sommer erscheinen wird.

Freitag, 17. März 2017

Sweetgirl

Rezension



Autor: Travis Mulhauser
Preis: 14,90 €
Seitenanzahl: 255 
Übersetzer: Sophie Zeitz
Verlag: dtv premium
Leseprobe: >> gibt es hier <<



Das Problem bei Drogen war, dass der Rausch nie ewig dauerte. Erst gaben sie einem Flügel, und dann nahmen sie einem den Himmel weg.
- Seite 81


Dieses Buch wurde mir als Winterlesetipp empfohlen und es war wirklich nicht schlecht, doch irgendwie hatte ich mir nach dem Lesen des Klappentextes etwas mehr vom Inhalt versprochen.

Inhalt: 
Bei der Suche nach ihrer Mutter findet die 16-jährige Percy ein vernachlässigtes und halb erfrorenes Baby im Haus des ortsansässigen Drogendealers Shelton Porter. Dieser ist zwar nicht die hellste Kerze im Leuchter, aber dennoch sehr gefährlich.
Percy nimmt das kleine Mädchen mit sich und es folgt eine dramatische Flucht durch die tiefverschneiten Berge Michigans…

Meine Meinung: 
Hinten auf dem Buch steht: „Der Irrwitzigste Roman dieser Saison“
Das Buch war ziemlich wirr und ziemlich durcheinander. Auf seine Art und Weise vermutlich auch witzig, aber die meiste Zeit hat es absolut nicht meinen Humor getroffen, obwohl ich eigentlich total auf schwarzen Humor stehe.

Auch die Sprache zu Beginn des Buches war etwas gewöhnungsbedürftig und so brauchte ich erst einmal ein paar Seiten, um mich dann auch auf die Geschichte einlassen zu können.

Shelton begriff, er war zwar nur ein paar Augenblicke weg gewesen, aber die Zeit war keine eindeutige, geradlinige Sache, sondern etwas, das am Rande verschwamm, und er war irgendwie durch diese Augenblicke hindurchgerutscht und hatte ganz kurz die Ewigkeit berührt. Er wusste nicht, woher er das wusste, aber er wusste es. 
- Seite 193

Wie gesagt, die Gestaltung der Geschichte ist durchaus interessant und als Filmhandlung hätte es mich vielleicht mehr überzeugen können, aber als Buch traf es leider gar nicht meinen Geschmack.
Ich hatte mir durch den Klappentext einfach etwas mehr Spannung und auch mehr Komik versprochen, als mir der Autor nun wirklich geliefert hat.

"Manchmal, wenn ich glücklich bin", sagte Shelton. "Dann kommt es mir gar nicht echt vor. Manchmal ist Traurigkeit das Einzige, was sich echt anfühlt."
- Seite 90

Für mich hat das Buch eher einen traurigen und melancholischen Charakter, als einen humoristischen…

Für zwischendurch ganz lustig, wenn man auf einen irrwitzigen Roman mit leichtem Thriller-Charakter steht.